Nach 19 Monaten ist dem blinden chinesischen Menschenrechtsanwalt Chen Guangcheng die Flucht aus seinem illegalen Hausarrest gelungen. Amnesty International fordert seit Jahren, dass er und seine Familie in Freiheit leben können, ohne eingeschüchtert, geschlagen, gefoltert und überwacht zu werden.

 

Der Menschenrechtsverteidiger hatte sich nach seiner Flucht mehrere Tage in der Pekinger US-Botschaft versteckt, die er mittlerweile wieder verlassen hat. Das Schicksal von Chen Guangcheng und seiner Familie ist im Moment noch ungewiss. Aus Gesprächen zwischen der chinesischen und der US-amerikanischen Seite hieß es, dem Menschenrechtsanwalt sei ein „normales Leben“ in Sicherheit in seiner Heimatprovinz Shandong zugesichert worden. Zu einem normalen Leben gehört auch die Ausübung des Menschenrechts auf freie Meinungsäußerung, wegen der Chen Guangcheng in den letzten Jahren immer wieder schikaniert, eingesperrt und gefoltert worden ist.

 

Die chinesischen Zusicherungen müssen mit großer Skepsis betrachtet werden, auch vor dem Hintergrund, dass nach Informationen von Amnesty International mehrere von Chens Unterstützern in China unter extremem Druck seitens der Behörden stehen und in Gefahr sind, selbst verhaftet zu werden. Eine Freundin, die bei der Flucht geholfen hatte, He Peirong, wurde offenbar schon in ihrem Haus festgesetzt.

 

Es braucht nun Aufmerksamkeit und Druck der internationalen Gemeinschaft. Die nächsten Tage, Wochen und Monate werden entscheidend wichtig für das weitere Schicksal von Chen Guangcheng, seiner Familie und seinen Unterstützern und Freunden sein.

 

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